Sven Daigger - Komponist

PRESSE

...Neben den Sängerinnen und Sängern... sorgen vor allem die vom Berliner Zafraan-Ensemble umgesetzten Kompositionen für angenehme Überraschungen...

...Im Kontrast dazu bestimmen sehr dynamische und unruhige Klänge die vierzehn Episoden der „sitcom opera“. Sven Daiggers Musik flitzt mal in aller Hektik am Jazz vorbei, mal liegt sie fast in Fetzen darnieder. Und wenn die Bargäste in einem Anflug von manisch gekünstelter Freude zu einem rhythmisch vertrackten „Prosit!“ aufrufen, lassen die Musiker kurz von ihren Instrumenten ab und sprechsingen im Chor: „Hahaha, hehehe, hui ui, Sekt, Bier, Schnaps, Hasch …“

Rausch, Optical-Art und clevere Musik – das sind interessante Zutaten für einen Opernabend.


                                                                                                   TAZ 26.02.2016




...Die Macht der Gezeiten hat Christian Morgenstern in seinem Gedicht "Meeresbrandung" lautmalerisch in Szene gesetzt, kongenial hat es der junge Berliner Komponist Sven Daigger orchestriert. Das sind keine melodisch säuselnde Wellen: Tonlose gespielte Flöten beschwören einen kalten Wind herauf, drammatisch klagen die Bläser, die Töne der Streicher peitschen gegen die Gestade und machen den Kampf mit den Element fast physisch erfahrbar. Unbewusstes scheint anzuklingen, verstörende ABgründe, wirkungsvoll in Musik umgesetzt, Ein Effektstück...


                                                                                                    Passauer Neue Presse 25.01.2016




Kleine Oper mit großer Musik

...Daiggers Musik gehört zum Eindrucksvollsten dieser „Installation“, komplex und avanciert, von großer Klangsinnlichkeit und -Vielfalt. Zischende, flippernde, schlurfende, zuschlagende Klanggruppen, in rhythmischer Mannigfaltigkeit, kommentieren oder konterkarieren das Geschehen...

               

                                                                                                Ostseezeitung 17.10.2012





...Hart, unerbittlich und schreiend atonal hämmern die Akkorde und Kurzmotive in pochender Rhythmik durch die Stadthalle. Hoch virtuos und gnadenlos pulsierend erlebet der Zuhörer pianistische Melodiegranaten wie explosive Körper. Imke Lichtwark führt am Flügel Regie. Wie ein Feuerwerk rasen die Finger über die Tasten. Die ganze Bandbreite vom tiefsten Trümmerakkorden bis höchsten trillergebeutelten Passagen...


                                   Deggendorfer Zeitung 17.07.2013 (zu „painkiller“ für Klavier Solo)





...die Uraufführung „hike“ (Wandern) für Orchester des schon mit zwei bedeutsamen Preisen ausgezeichneten Kompositionsstudenten Sven Daigger - in seiner vielschichtigen Komplexität eine enorme Herausforderung. Einmal für das Orchester, das dieses unter der Leitung von Karl-HeinzZettl überzeugend bestand. Dann aber auch für den Hörer, weshalb das gut Zehnminütige Werk glücklicherweise zweimal gespielt wurde. So wurde besser hörbar: Die musikalischen Elemente sind ständig unterwegs, ohne Fix- und Zielpunkt, von sich zu ihren Gegenteilen und zurück: vom Ton zu Geräusch, vom Forte zum Piano, von Bläser-zu den Streicher-, zu den Schlagwerkfarben, von rhythmischen Pointen zum stehenden Klang - aufgeteilt auf drei Energiebezirke. Imponierend dabei, wie Daigger durch handwerkliches Geschick und konstruktives Formbewusstsein jegliche zerfließende Diffusität vermeiden kann - beklemmend und fesselnd gleichermaßen. Stabile Irritation: Nichts steht fest, außer, das nichts feststeht.


                                                                                               Ostseezeitung 19.04.2012





...“hike“ ist eine Wanderung durch Klanglandschaften, oder wie ein Gang durch verschiedene Abteile, in denen sich unterschiedliche Ereignisse abspielen. Manchmal beginnen sie zögernd, bringen dann aber mitreißende Steigerungen von enormer Wucht. Die Vielfalt der musikalischen Ereignisse, die Farbigkeit der Klangentwicklung fesselt den Zuhörer und lässt ihn bis zum Schluss nicht wieder los. Begeisterter Beifall war die Quittung. Danach unterhielt sich der Musikwissenschaftler Prof. Hartmut Möller mit dem Komponisten über das Werk. Da zeigte sich, dass Sven Daigger nicht nur Virtuos mit der großen Orchesterbesetzung umgehen kann, sondern das er seine Vorstellungen auch in Worte konzentriert beschreiben kann. Danach gab es zur Freude der meisten Zuhörer im Saal, eine Wiederholung der Aufführung.....


                                                                                                              NNN, 19.04.2012





...In einem großen Zug und Schwung floss, brauste und schwoll dagegen Sven Daiggers „Strom“ für Flöte, Klarinette, Klavier und Violoncello von der Bühne des Solitär in den Saal. Es entwickelte sich ein Sog, der mal an der Oberfläche rhythmische Kapriolen mit weißen Wellenkrönchen zu schlagen, dann wieder mehr "von unten" verhaltene Impulse nach oben zu schicken schien. Scherzo-artige Momente, ja sogar gelegentlich durchschimmernde Erinnerungen an eine „romantische“ Klangsprache zogen ebenso vorüber, wie markant fordernde oder sanft federnde Rhythmen.


                                                                                          (Drehpunkt Kultur 26.03.2011)





...Für mechanische Orgel erdachte der in Heidelberg aufgewachsene Wolf - Schüler Sven Daigger(*1984) seine 2009 entstandene Miniatur „Aus“ - Eine originelle Humoreske mit herrlich schrägen Rhythmen und amüsant „ersterbendem“ Finale - das Kabinettstück dieses Abends...


                                                                                     (Rhein-Neckar-Zeitung 26.10.10)





...Gespenstisch anmutend auch das Stück „Aus" des 1984 geborenen Sven Daigger. Es beginnt mit einzelnen panflötenartigen Tontupfern, die sich, ähnlich einer anlaufenden Maschine, nach und nach verdichten, zu rhythmischen Mustern zusammenfinden und schließlich in ein zwischen hoch und tief alternierendes Legato überführt werden. Der Clou der Komposition ist der, dass das Ereignis, auf das sie zuzusteuern schien, nicht eintritt, weil der Orgel im wörtlichen Sinne die Luft abgestellt wird, sodass der ganze Aufbau mit leisem Heulen in sich zusammenfällt...


                                                                                          (DIE RHEINPFALZ 24.10.10)





Die erste Uraufführung, „Stück für Orgel und Kammerensemble in einem Satz“ stammte von dem jungen Komponisten Sven Daigger. Bei seinem Kompositionsstudium in Rostock hatte ihn Martin Schüler entdeckt, der mit Studenten gerade eine Mozart-Inszenierung erarbeitete. Der Ansatz des Werkes ist außerordentlich spielerisch. Sven Daigger benutzt das Orchester als Vorbild und gleichzeitig als Spiegel für die Orgel. Zuerst führt er das Urelement des Orgelspiels ein, die Luft. Die Bläser des Orchesters atmen hörbar durch ihre Instrumente, es klingt, als erwache eine Maschine oder ein gewaltiges Tier zum Leben, bis sich aus den Luftströmen die ersten Töne entwickeln. Alsbald sammeln sie sich zu einem nahezu archaisch stampfenden Tanzrhythmus. Die Orgel nimmt das „Vorbild“ des Orchesters an, beginnt zu spielen und probiert eifrig aus: Homofonie, Polyfonie, sie probiert analog zu den Instrumentengruppen des Kammerorchesters die verschiedenen Register. Das ganze Werk schlägt einen großen dynamischen Bogen, bis der triumphale gemeinsame Fortissimo-Klang wieder in sich zusammensinkt und es mit einem letzten Luftschöpfen und Ausatmen endet.


                                                                                     (Lausitzer Rundschau 23.02.09)